Wir informieren über
MIGRÄNEANFÄLLE
(Viele weitere Schmerzthemen unten auf dieser Seite)
Was sagt die Presse über unsere Migränetherapie: www.1-migraene.de/artikel1
Mig räneanfälle
sind in besonderem Maße geeignet, das
körperliche Allgemeinbefinden beträchtlich zu stören. Das Beschwerdebild tritt
nicht einheitlich auf, sondern in den verschiedensten Variationen. Von eminenter
Bedeutung ist deshalb bei Mig
räne eine genaue
Schmerzanamnese
(= Erhebung der Vorgeschichte).
Diese erlaubt nicht nur eine exakte
Klassifikation (=
Bestimmung, Einteilung), sondern kann
Hinweise auf mögliche organische Ursachen geben und ist dann richtungsweisend
für weiterführende Untersuchungen.
Es empfiehlt sich, einen standardisierten Fragebogen zu verwenden, um möglichst
alle Kriterien zu erfassen. Lokalisation, Dauer und Häufigkeit von
Kopfschmerzen sowie
Angaben zur Schmerzqualität sind genau zu erfragen. Für die Therapie kann die
Kenntnis spezifischer Auslösesituationen oder- mechanismen von großem Wert sein.
Dazu gehört auch die Frage nach bisherigen erfolglosen Therapieversuchen. Der
Patient ist zu Recht enttäuscht, wenn ihm Methoden, die ihm bisher keine
Erleichterung brachten, noch einmal angeboten werden.
Erfolg oder Mißerfolg in der Behandlung der
Migräneanfälle wird, besonders bei Versuchen zur
Migräneprophylaxe
(=
Migränevorbeugung), erst durch
Dokumentation aller
Kopfschmerz
ereignisse über einen längeren Zeitraum (Mig
ränetagebuch) beurteilbar.
Wichtig ist auch die Erhebung einer biographischen Anamnese
(= Erhebung der Vorgeschichte
unter psychosozialen Aspekten),
um den Einfluß psychischer Belastungen auf das
Schmerz geschehen im Sinne
einer Beschwerdeverstärkung oder gar -auslösung beurteilen zu können.
Mig räneanfälle
treten in typischer Weise bevorzugt
halbseitig (Hemikranie)
auf, begleitet von Übelkeit bis hin zu Erbrechen, Lärm- und
Lichtempfindlichkeit. Darüber hinaus kann es zu
Schmerz
- und Sehstörungen kommen. Fast regelmäßig wird die Schmerzqualität als
pulsierend, pochend und hämmernd angegeben.
Fast jedem Mig
räne-Patient sind sind auslösende Faktoren
bekannt, hauptsächlich der Genuß von Alkohol, insbes. Rotwein, oder bestimmte
Käsesorten.
Ätiologie (= Krankheitsursache) und Pathogenese (= Krankheitsentwicklung) der Mig räne sind letztlich noch nicht sicher geklärt. Nach der IHS-Klassifikation von 1988 gibt es hauptsächlich zwei Gruppen: Mig räne mit und ohne Aura. Die frühere Einteilung in einfache, klassische und komplizierte Mig räne wurde aufgegeben.
Die einzelnen Migränetypen (IHS-codierte Klassifikation )(Göbel 1994) sind:
| Mig räne ohne Aura |
| Mig räne mit Aura |
| Mig räne mit typischer Aura |
| Mig räne mit prolongierter Aura |
| Familiäre hem iplegische Aura |
| Basilaris- Mig räne |
| Mig räneaura ohne Kop fschmerz |
| Mig räne mit akutem Aurabeginn |
| Ophthalmoplegische Mig räne |
| Retinale Mig räne |
| Periodische Syndrome in der Kindheit als möglicher |
| Vorläufer oder Begleiterscheinungen einer Mig räne |
| Gutartiger paroxysmaler Schwindel in der Kindheit |
| Alternierende Hem iplegie in der Kindheit |
| Mig räne -Komplikationen: |
| Status migraenosus |
| Migränöser Infar kt |
| Migräneartige Störungen, die die genannten Kriterien nicht erfüllen |
Die genaue Klassifikation der Mig räne -Kopfschmerzarten ist manchmal nicht ganz einfach, weshalb nachstehend einige Erläuterungen folgen:
Als typische Anfangssymptome einer Mig
räne (Aura) gelten Sehstörungen,
(halbseitige) sensible und motorische
(= Bewegungs-) Störungen sowie
Dysphasie (=
Sprachausdrucksstörungen). Die
Krankheitszeichen entwickeln sich i.d.R. über einen Zeitraum von fünf bis 30
Minuten und klingen innerhalb einer Stunde wieder völlig ab.
Eine Mig
räne mit prolongierter
(= verlängerter)
Aura liegt dann vor, wenn zumindest
ein typisches Symptom länger als 60 Minuten und weniger als eine Woche anhält.
Beim familiären hem iplegischen
(= mit einer Halbseitenlähmung
einhergehenden)
Migräne
besteht bei mindestens einem Verwandten (1. Grad) das gleiche Krankheitszeichen.
Bei der Basilarismmig räne
gehen die
Kopfschmerzen mit
Krankheitszeichen des Gehirns einher (z.B. Schwerhörigkeit, Doppelsehen,
sensible oder motorische Störungen, Schwindel).
Nach Göbel (1994) ist es umstritten, ob die
Kopfschmerzen bei
der ophthalmoplegische Mig
räne
(Schmerzattacken,
die mit einer Lähmung der Augenmuskeln einhergehen) überhaupt der Mig
räne zugeordnet werden können.
Gleiches gilt für die periodischen Syndrome in der Kindheit
(anfallsartiger Schwindel und abwechselnde
Halbseitenlähmung,
in Verbindung mit Störungen der Hautempfindlichkeit oder Beweglichkeit sowie
vegetativen Krankheitszeichen, möglicherweise sind diese Erscheinungen
epileptiformer (=
fallsuchtartiger) Natur).
Bei der "kindlichen Mig
räne"
können auch
Bauchschmerzen mit
Übelkeit bis hin zu Erbrechen auftreten, gelegentlich auch ein
Temperaturanstieg, ohne daß typische Mig
räneanfälle
vorliegen.
Bei der retinalen Mig
räne
sind die Mig räneanfälle
von einem einseitigen
Gesicht
sfeldausfall oder gar Erblindung begleitet, was bis zu einer Stunde
anhalten kann.
Als Mig
ränekomplikation ist der Status migraenosus
zu nennen, gekennzeichnet durch eine Dauer der Kop
fschmerzen von mehr als 72 Stunden Dauer,
trotz Behandlung. Eine weitere Komplikation ist der migränöse Infar
kt.
Dieser liegt vor, wenn ein ischäm
ischer (= durch Blutmangel bedingter)
Infarkt nachweisbar
ist, oder die Aurasymptomatik (= anfängliche Krankheitszeichen einer
Migräne) nicht innerhalb von 7 Tagen völlig abklingt.
Migränebehandlung: Zunächst muß der Patient eingehend über die Migräneerkrankung aufgeklärt und über die Behandlungsmöglichkeiten gegen Mig räneanfälle informiert werden. Auf anamnestisch (= aus der Vorgeschichte) eruierte auslösende Faktoren (z.B. Schokolade, Käse, Rotwein) sollte besonders eingegangen werden. Hinweise auf eine vernünftige Lebensweise sind hilfreich, so z.B. regelmäßige Ruhezeiten, maßvolle körperliche Aktivitäten, möglichst Verzicht auf Alkohol und Nikotin und Vermeidung von Streß situationen.
Die Behandlung akuter Migräneanfälle:
Ganz wichtig ist der Hinweis, daß
Analgetika (=
Schmerzmittel) möglichst
frühzeitig einzunehmen sind, d.h., der Patient darf nicht abwarten, bis das
Vollbild des Mig
räne -Kopfschmerzes eingetreten ist,
sondern die Medikamenteneinnahme soll schon bei den ersten Anzeichen erfolgen.
Als Mittel der ersten Wahl gegen
Migräne-Attacken
gilt noch immer die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS)(z.B. Aspirinâ )
1-1,5 g. Bei ungenügender Wirkung von ASS empfiehlt sich ein Versuch mit
Paracetamol (z.B. ben-u-ronâ ), 1-1,5 g (in Form von Tbl., Saft oder
Zäpfchen). Nichtsteroidale Antirheumatika (z.B. Naproxen, Diclofenac, Ibuprofen)
sind gegen Migräneanfälle ebenso wirksam wie ASS bei vergleichbarer oder
geringerer Nebenwirkungsrate. Besonders magenschonend sind diesog. COX-2
Inhibitoren, z.B. Parecoxib oder Etoricoxib,
allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden
zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon
andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Auch wenn die Migräneanfälle heftiger ausfallen, hat sich die Kombination von 1g
ASS mit 1g Paracetamol bewährt. Auch ein Therapieversuch mit Metamizol
(z.B. Novalginâ ) ist manchmal lohnend.
Ein potentes Therapeutikum gegen
Migräne-Attacken
ist der Serotoninagonist
(= Mittel, das dem Gewebshormon
Serotonin entgegenwirkt)
Sumatriptan. Initiale Dosierung : 100mg zum Einnehmen, 6mg
unter die Haut gespitzt oder auch als Nasenspray. Bei Wiederauftreten von Kop
fschmerzen maximal zwei Verabreichungen
in 24 Std. Häufiger wurde über ernstzunehmende Nebenwirkungen berichtet, auch in
den Medien. Bei Beachtung der Anwendungsbeschränkungen kann das Verhältnis von
Wirksamkeit und Verträglichkeit jedoch als günstig angesehen werden (Tfelt-Hansen
1993). Wegen des relativ hohen Preises dürfte Sumatriptan (gilt auch für andere
Triptane) allerdings erst dann zum Einsatz kommen, wenn andere Mittel nicht den
gewünschten Erfolg bringen.
Zwischenzeitlich gibt es weitere Triptane: Zolmitriptan, Naratriptan (als
Formigran® rezeptfrei), Rizatriptan, Almotriptan, Frovatriptan
und Eletriptan.
Zur Behandlung der hemiplegischen, ophthalmoplegischen oder
Basilarismigräne
sind Triptane allerdings nicht geeignet.
Ergotaminpräparate
sind klassische Pharmaka zur Kupierung der Migräneanfälle, wegen der möglichen
Nebenwirkungen jedoch nicht ganz unproblematisch. Die Gefahr einer
Gewöhnung und Auslösung eines zusätzlichen
Dauerkopfschmerz
es steigt mit zunehmender Einnahmehäufigkeit. Aus diesem Grunde sollten
pro Woche nicht mehr als 6mg Ergotamintartrat und pro
Migräneattacke
nicht mehr als 4mg eingenommen werden (Göbel, Ensink et. Soyka
1994).
Grundsätzlich gilt auch hier, daß die Verwendung von Mischpräparaten (z.B.
Ergotamintartrat mit Koffein oder Prophyphenazon, Codein, Paracetamol usw.)
gegen Migräneanfälle strikt vermieden werden soll. Auf dieser
Therapiestufe kann auch Dihydroergotamin i.m.
(= in den Mus
kel)
oder ganz langsam i.v.
(= in eine Blutader)
versucht werden (1-1,5mg).
Gehen die Migräneanfälle mit ausgeprägten vegetativen Erscheinungen einher, hat
sich die zusätzliche Gabe von 1-2 mg
Flunitrazepam
(= ein Schlafmittel) sehr bewährt,
auch unter dem Aspekt,
Schmerzmittel
einzusparen, zumal die Patienten in dieser Situation ohnehin das Bedürfnis
haben, sich hinzulegen.
Werden die Migräneanfälle von Nausea
(= Übelkeit, Brechreiz)
und Erbrechen begleitet (evtl. auch schon vor dem erwarteten Auftreten dieser
Symptome), ist die Verabreichung von Metoclopramid sehr
wirksam, zum Einnehmen oder als Zäpfchen bis zu 20mg, i.m. oder i.v. 10mg.
Metoclopramid sollte nicht an Kinder unter 10 Jahren verabreicht werden. Es ist
vorteilhaft, diese Substanz vor einem Analgetikum
(= Schmerzmittel)
einzunehmen, weil Metoclopramid die Darmtätigkeit steigert und somit die
Resorption (= Aufnahme im Dar
m) weiterer
verabreichter Substanzen fördert. Alternativ kann auch der Dopamin-Antagonist
Domperidon verwendet werden, Tabletten oder Tropfen bis zu 30mg.
Unter stationären Bedingungen, denkbar auch in einem separaten Raum innerhalb
einer Praxis, hat sich die Verabreichung einer Infusion (500ml Kochsalzlösung)
mit 1g ASS kombiniert mit 10mg Metoclopramid und
1-2mg Flunitrazepam sehr
bewährt, bei heftigen Schmerzen zusätzlich 50-100mg Tramadol.
Die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) ist im bereits
voll entwickelten, akuten Anfall wenig hilfreich. Allerdings kann bei
frühzeitiger Durchführung die Symptomatik in vielen Fällen abgeschwächt werden,
so daß oftmals
Analgetika
(=
Schmerzmittel) gar nicht oder in
weit geringerer Dosierung als sonst üblich eingenommen werden müssen.
Wir blockieren vorzugsweise mit Bupivacain 0,5% die
Nerven
supraorbitales (= Ner
ven an der Augenbraue)
(je ca. 0,5ml), occipitales major
(= Ner
ven am
Hinterkopf) (je ca. 1ml) und minor (je ca. 0,5-1 ml) und infiltrieren die
Schläfe
nregion beiderseits (je ca. 1-2ml). Obwohl die Migräneanfälle
meist nur einseitig auftreten, hat es sich bewährt, diese Behandlung nicht nur
auf die aktuell betroffene
Kopf
hälfte zu beschränken.
Wenn Migräneanfälle gehäuft (mehrmals pro Woche) auftreten, sind im
Rahmen einer stationären Behandlung schmerzseitige Blockaden
(= Betäubungen) des
Ganglion stelleatum
(= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich)
in engmaschiger Abfolge sehr hilfreich.
Arten Migräneanfälle in einen Status migraenosus
(= länger als 72h anhaltende Migräneanfälle)
aus, so ist dies eine Indikation
(= Anzeige)
zur stationären Aufnahme.
Bewährt hat sich die mehrmalige (2-3x in 24 Std.) Verabreichung von 1-2mg
Flunitrazepam, initial zusammen mit 40mg Prothipendyl, sowie eine Tropfinfusion mit 100 mg
Tramadol, 1g ASS und 10-20mg Metoclopramid. Bei anhaltendem Erbrechen
sollte mit der Gabe von Dehydrobenzperidol (z.B. 2,5 mg i.m.) nicht gezögert
werden.
Allgemeinmaßnahme während der Migräneanfälle: Reizabschirmung (ruhiges
und verdunkeltes Zimmer).
Prophy
laxe
(Vor beugung) der
Migräneanfälle:
Nicht immer sind die Patienten
bereit, auch im schmerzfreien Intervall konsequent Medikamente einzunehmen, so
daß oftmals eine ausführliche Aufklärung erforderlich ist. Eine Vorbeugung der
Migräneanfälle sollte nur dann erfolgen, wenn die
Migräneattacken
mindestens zwei mal pro Monat auftreten. Nach Göbel und Soyka
(1994) ist die Indikation auch gegeben, wenn im bisherigen Verlauf mindestens
zweimal ein Status migraenosus, eine prolongierte
(= verlängerte)
Aura oder einmalig ein migränöser Infar
kt (=
Gewebszerstörung in bestimmten Hirnbereichen infolge von Sauerstoffmangel)
aufgetreten sind.
Als Mittel der ersten Wahl gelten Beta-Rezeptorenblocker
(= eigentlich Blutdruckmittel, aber auch zur Vorbeugung der Migräneanfälle
hilfreich). Allerdings haben nicht
alle Substanzen aus dieser Gruppe eine vorbeugende Wirkung. Relativ sicher
wirken Propanolol und Metoprolol (Diener 1989); beide Substanzen werden
langsam einschleichend dosiert. Die tägliche Höchstdosierung für Metoprolol beträgt 200mg, für Propanolol 240mg. Bei
Ausbildung nicht tolerierbarer orthostatischer
(= den Kreislauf betreffende)
Störungen oder einer Bradykardie
(= zu langsamer Puls) muß die Behandlung abgebrochen werden (ausschleichend). In der
Einschleichphase müssen daher regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen
durchgeführt werden. Die Wirkungsweise der Beta-Blocker in Bezug auf
Migräneanfälle ist noch nicht sicher bekannt.
Zur Intervall-Behandlung eignen sich auch Kalzium-Antagonisten
(= ein Mittel das der Wirkung
von Kalzium entgegenwirkt, aber auch zur Vorbeugung der Migräneanfälle
hilfreich). Flunarizin sollte aufgrund einer Bewertung durch das Bundesgesundheitsamt nur bei Patienten
eingesetzt werden, bei denen schwere Migräneanfälle häufiger auftreten und bei
denen eine Behandlung mit Beta-Blockern kontraindiziert
(= gegenangezeigt) ist bzw. keine ausreichende Wirkung gezeigt hat. Nach einer Studie hat
sich Cyclandelat zur Prophylaxe nicht bewährt.
Eine weitere Prophylaxemöglichkeit (3. Wahl) besteht in der Verabreichung von
Serotonin-Antagonisten
(= Mittel, die dem Gewebshormon
Serotonin entgegenwirken).
Pizotifen hat einen hemmenden
Effekt auf die Serotonin-Freisetzung im Anfangsstadium der Mig
räne. Lisurid, ein Ergotamin
-Derivat, ist ein Serotonin -Partialantagonist. Die Tagesdosis beträgt 0,075 mg.
Im Gegensatz zu anderen Autoren (Soyka 1989) wird diese Substanz bei uns
kaum verwendet, da bisherige Therapieversuche nicht überzeugt haben.
Zur Prophylaxe der Kop
fschmerzen bei der sog. menstruellen
(= regelbedingten) Mig
räne
soll Sulpirid hilfreich sein (Thoden
1986). Göbel und Soyka (1994) empfehlen eine "Kurzzeitprophylaxe"
mit 250-500 mg Naproxen, vier Tage vor der erwarteten Regel bis drei Tage
danach.
Das Derivat der Lysergsäure, Dihydroergotamin ist zur Vorbeugung des Mig
räne -Kopfschmerzes umstritten. So wird es z.B.
in anglo-amerikanischen Ländern dafür nicht verwendet.
Zur
Migräneprophylaxe
(=
Migränevorbeugung)
ist in Deutschland auch das Antiepileptikum
(= eigentlich ein Mittel gegen die Fallsucht)
Topiramat zugelassen. Dieses Medikament sollte aber nur bei
Erwachsenen angewendet werden und nur dann, wenn eine Therapie mit
Betablockern nicht indiziert (= angezeigt) ist,
zuvor nicht erfolgreich war oder nicht vertragen wurde. Bei der kindlichen Mig räne
sollte zur Vorbeugung das
Pestwurzmedikament Petadolex® versucht werden.
Für Patienten mit arterieller Hypertonie und
Migräne bieten sich zur Prophylaxe auch die AT-II-Blocker Candesartan und
Olmesartan an (http://www.aerztezeitung.de/news/default.aspx?sid=467271)
Nach einem Bericht in der Welt (19.4.04) soll zur
Vorbeugung der
Migräne mit Aura die
auch regelmäßige Zufuhr von Folsäure
geeignet sein.
Wenn Migräneanfälle gehäuft (z.B.
mehrmals pro Woche) auftreten und andere vorbeugende Medikamente (z.B.
Beta-Blocker) nicht greifen, ist nach unserer Erfahrung auch die
therapeutische Lokalanästhesie
(= Behandlung mit einem
örtlichen Betäubungsmittel
bzw.
Lokalanästhetika) lohnend,
besonders wenn sie über 2-3 Wochen unter stationären Bedingungen 2x täglich
konsequent durchgeführt wird (Leese
r
et Hefer
mann,
Schmerzk linik Bad Mergen
theim 1990).
Dabei betäuben wir, wie zur akuten Behandlung schon beschrieben, die das Kranium
(= den knöchernen Schädel) versorgenden Ner
ven an ihren Austrittspunkten. Ergänzt
wird die Behandlung durch tiefe Infiltration der oft verspannten, an die
Halswirbelsäule
angrenzenden
Muskulatur.
Die Wirkungsweise dieser Behandlung ist nicht geklärt, vermutlich kommt es zu
einer tiefgreifenden neurovegetativen Umstimmung.
Diese Wirkungsvorstellung ähnelt sehr dem neuraltherapeutischen Konzept,
allerdings mit dem Unterschied, daß statt Procain
das langwirkende örtliche Betäubungsmittel Bupivacain
verwendet wird.
Ergänzende Methoden:
Meist werden die folgenden Methoden
ergänzend eingesetzt, d.h. als Monotherapie
(= alleinige Behandlung)
ist die Wirkung in der
Migränetherapie in
der Regel nicht ausreichend.
Eine der klassischen Indikationen für die
Akupunktur sind
Kopfschmerzen. Zur
Behandlung dominieren Nadelpunkte auf dem Gallenblasen-Meridian, so z.B. die
Punkte 3, 17, 40 und 43, zusätzlich das Lenkergefäß 25 in der Mitte der
Nase
nwurzel (Kossmann et al. 1986). Es sei darauf hingewiesen, daß
auch für die Behandlung der
Migräne mit
Akupunktur (noch) keine wissenschaftlich exakten Ergebnisnachweise
vorliegen.
Migräneanfälle können mit der transkutane Nervenstimulation
mittels Niederfrequenzgenerator über Klebeelektroden (TENS) durchaus gelindert
werden, wenn diese Methode bei den ersten Anzeichen einer Attacke durchgeführt
wird, manchmal kann sogar der Ausbruch eines Anfalls damit verhindert werden.
Bei vielen Mig
räne-Patienten fällt auf, daß auch im
schmerzfreien Intervall die an die
Halswirbelsäule
angrenzenden
Muskeln, teilweise
auch die
Schulter
muskulatur
verspannt ist. In diesen Fällen hat sich die Verordnung von physikalischen
Therapiemaßnahmen (Fango, Kältebehandlung) und Krankengymnastik als
ergänzende Behandlung bewährt. Manchmal kann auch durch eine manuelle
Lymphdrainage im Kop f-/Halsbereich eine
deutliche Linderung erzielt werden.
Zu erwähnen wäre auch die Hydrotherapie in Form von Wechselbädern der
Extremitäten
(=
Arme,
Beine)
und/ oder Kneippschen Güssen. Wahrscheinlich
beruht der oft zu beobachtende positive Effekt auf einer neurovegetativen
Umstimmung im Sinne eines ganzheitlichen Behandlungsansatzes.
Bewährt hat sich auch
Biofeedback (=
Registrierung und Rückmeldung bioelektrischer Signale).
Auch
psychologischen Interventionen sinnvoll: hauptsächlich
Entspannungstechniken,
Streß- und
Schmerzbewältigungstraining.
Auf der Internetseite http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st teilt das Bundesministerium für Gesundheit mit, daß seit dem 1.4.07 alle gesetzlich krankenversicherte Personen jetzt einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation (damit auch auf eine Schmerzrehabilitation) haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen können.
Haftungshinweis:
Für die gemachten Angaben wird keine Gewähr übernommen; im Einzelfall ist immer
ein Arzt zu konsultieren! Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen
wir auch keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der
verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Eine Auswahl weiterer
Schmerzthemen
Zu allen Schmerzthemen (734)
gelangen Sie hier:
www.schmerz.com/schmerzthemen
(einfach nur anklicken)
Aktualisiert:>22.04.2008</>
kusb&
M
Mortonneuralgie,
Multiple
Sklerose (www.neuralgie-postzosterische.de/multiple-sklerose),
Mundbrennen,
Muskelschmerzen (www.muskelschmerzen.org),
Myoarthropathie,
Myofaziale Dysfunktion,
myofasziales Syndrom,
N
Nackenschmerz (www.nacken-schmerz.de),
Nackenschmerzen (www.nackenschmerzen.org),
Nacken-Schulter-Arm-Syndrom,
Nacken-Zungen-Syndrom,
Nasennebenhöhlenentzündung
(www.nasen-nebenhoehlenentzuendung.de),
Nasoziliarneuralgie,
Nasociliaris-Neuralgie,
Schmerzklinik (1), Schmerzklinik (2) Schmerzklinik (3)
---------------------------------------------------------------------------------------------
www.migraeneanfaelle.de <strong>Migräneanfälle</strong>